Freitag, 11. Januar 2008

Landhochzeit auf Bali

Bevor wir an dieser schönen Zeremonie teilnehmen durften, hatten wir noch einen langen Weg mit einigen Hindernissen vor uns.
Dienstag abend waren die Koffer mit unserer traditionellen Festkleidung gepackt. Die Hochzeitsgeschenke waren leider nicht dabei, da es nach einigem Hin und Her keine Möglichkeit gab, unsere Luftfracht-Tonnen mit den Geschenken rechtzeitig zugestellt zu bekommen. Wir griffen erstmal auf ein westfählisches Flachgeschenk zurück. Gleich nach Feierabend fuhren wir los.
Und kamen erstmal 15 km weit. Dann blieb unsere Vespa stehen. Wir tippten auf Kupplung oder Getriebe, später stellte sich heraus, dass die Verzahnung der Antriebsachse abgeschert war. Es wurde schon dunkel und keine Werkstatt war mehr geöffnet. An den Schlüssel für das Büromoped kamen wir nicht ran, weil der letzte Benutzer gerade im Krankenhaus lag und ihn dabei hatte. Wir waren ziemlich verzweifelt, wie sollten wir es die weiteren 55 km -stetig bergauf- bis zum nächsten Morgen schaffen? Ich dachte schon an die teuerste Taxifahrt meines Lebens, überlegte warum ich hier noch nie TramperInnen sah und ob wir es zu Fuß schaffen könnten. Dann schickten wir eine sms an Agus vom Vespaclub. Die Antwort kam promt, wir sollten auf sie warten und uns keine Sorgen machen. Eine halbe Stunde später kamen Agus und Agus um uns zu retten. Lachend schleppten sie nicht nur unsere Vespa ab, sondern gaben uns im Austausch eine super restaurierte und vollgetankte Vespa, ihr altes Familienerbstück zur Weiterfahrt mit.


Wir brausten durch die Nacht, fanden oben auf dem Kraterrand eine Absteige für die Nacht und waren Mittwoch morgens rechtzeitig in Dousa. In Wayans Heimatdorf waren wir ja schon, diesmal war es noch familierer und schöner.
Es war sehr interessant, in dieser für uns doch noch so fremden Kultur eine Dorfhochzeit hautnah miterleben zu dürfen. Die erste, ausführliche Zeremonie fand im Haus von Wayans Eltern statt. Vorher und nachher wurden echter balinesischer Kaffee und Gebäck gereicht, sowie immer wieder zu einem Buffet mit den verschiedensten Leckereien eingeladen. Dann gingen alle gemeinsam zum Haus der Brauteltern und auch dort gab es eine lange Zeremonie und natürlich sehr süßen Kaffee, Tee und leckeres Essen. Anschließend durften Kristian und ich mit in den Dorf- und Familientempel um weitere Rituale mitzuerleben. Danach trafen sich alle wieder in Wayans Elternhaus um Kaffee zu trinken, rumzusitzen, zu essen, sich zu unterhalten oder sich einfach nur zu amüsieren.
Hier könnt ihr euch mehr Hochzeitsbilder ansehen.